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Fachgebiet 1 - Frage 32

Klassikerfrage beim Rehwild:

 

Wann wirft das Bockkitz sein Erstlingsgeweih ab?

 

Im Januar/Februar wirft das Bockkitz sein Erstlingsgeweih ab.

 

Zu allen anderen Angaben kommen wir jetzt:

 

Geweihzyklus (Abwurf-, Schiebe, Aushärte- und Fegezeiten) im Kalenderjahr bei Reh-, Rot- und Damwild und die „Magische 5“ der Geweihentwicklung

(Lesedauer ca. 5 Min. … also so schlimm wird’s nicht)

 

Vorweg eine wichtige Information zur „Magischen5“:

 

Vom Abwurf des Geweihs, dem sofortigen Schieben unter Bast (Nährstoffhaut), aushärten und dem verfegen des Geweihs (Knochensubstanz) vom Bast sind es immer 5 Monate.

 

Das Abwerfen des Geweihs erfolgt innerhalb von nur ein paar Tagen.

 

Das Schieben des Geweihs unter Bast dauert ca. nur 3 Monate und härtet ca. 2 Monate aus.

 

Das wissen die Wenigsten und es wird auch leider in keiner der einschlägigen Literatur erwähnt.

 

Je nach Größe wird das Geweih anschließend innerhalb von nur ein paar Stunden verfegt.

 

Merke dir also ab sofort einfach die „Magische 5“ der Geweihentwicklung vom Abwurf, dem sofortigen schieben, aushärten bis zum verfegen des Geweihs.

 

Wenn du nun die Funktion der Geweihe bei den Trughirschen (Rehwild) und Echten Hirschen (Rot- und Damwild) kennst und das mit der „Magischen 5“ bei der Geweihentwicklung verbindest, wirst du keine Probleme mehr haben.

 

Funktion beim Rehwild (Trughirsch):

Mit dem Geweih wird im März/April das Revier markiert!

 

Funktion beim Rot und Damwild (Echte Hirsche):

Mit dem Geweih werden die Brunfkämpfe geführt.

 

Die Geweihe der Echten Hirsche sind immer ein Monat vor der Brunft fertig verfegt.

 

Rotwild brunftet im September/Oktober, also ist das Geweih im August fertig verfegt.

 

Da die Geweihentwicklung vom Abwurf, schieben, aushärten und verfegen insgesamt fünf Monate dauert („Magische 5“) musst du diese nur noch vom August (8. Monat) abziehen:

 

 8 – 5 = 3, sprich du landest im März.

 

Da Damwild ein Monat später brunftet ist es deswegen auch mit der Geweihentwicklung einen Monat später dabei:

 

9 - 5 = 4, sprich du landest im April.

 

Rotwild wirft also im März ab und Damwild im April.

 

Genaugenommen ist es beim Rotwild im Februar/März und beim Damwild im April/ Mai.

 

 

 

Das Rehwild wiederum wirft hier nicht ab, sondern es verfegt im März/April sein Geweih.

 

Das passiert so ganz nebenbei bei der Reviermarkierung, wenn sich die Sprünge wieder auflösen, da die adulten Böcke durch den Anstieg des Testosterons (Sexualhormon) unverträglich werden und wieder zurück in ihre angestammten Reviere ziehen.

 

Nun musst du einfach die 5 Monate („Magische 5“) da vorgehen und du landest im Oktober/November, wo das Geweih abgeworfen wird.

 

Nachdem wir jetzt das ganze jetzt wildbiologisch richtig einordnen können, könnte man auch auf eine einfache Eselsbrücke zurückgreifen.

Frühjahrsputz im März/April könnte man zum Beispiel sagen.

 

Beim Rehwild im Revier um beim Rot- und Damwild auf dem Kopf (Haupt).

 

Eine weitere bildliche Eselsbrücke ist die sog. „Rehwild-Wippe“ in Kombination mit der „Magischen14“ in der „Lichtuhr“. Hier wird einfach die 10 (Oktober) mit der 4 (April) verbunden und es entsteht die sog. „Rehwild-Wippe“.

Wiederum Andere merken sich die Lautäußerungen Oh und Ah.

Ein erschrockenes Oh sagt man, wenn der Rehbock sein Geweih verliert (Oktober).

Ein frohlockendes Ah sagt man, wenn der Rehbock sein neues Geweih verfegt hat und stolz präsentiert (April).

Die Jährlinge sind übrigens immer zwei Monate später dran, sowohl beim Reh-, Rot- und Damwild.

 

Diese nähern sich dann von Jahr zu Jahr immer weiter an die Älteren an.

 

Die Geweihentwicklung beim Sikawild (Echter Hirsch) ist im Übrigen identisch wie beim Damwild.

 

Das Elchwild (Trughirsch) ist hier etwas komplexer, soll aber hier an dieser Stelle erst mal keine Rolle spielen.

 

Die restlichen Boviden spielen hier ja keine Rolle, da ihr Kopfschmuck aus Horn gar nicht abgeworfen wird, sondern wie ein Daumennagel ständig weiterwächst, wenn man diesen nicht schneiden würde.

 

Also alles in einem kein Hexenwerk und verstanden statt gebüffelt jederzeit abrufbar auch unter Prüfungsstress.

 

Auf der nächsten Seite ist dies alles nochmal bildlich an Hand der „Lichtuhr“ dargestellt.

 

Profi-Tipp:

 

Eine Dachlatte über dem Trog der Fütterung nageln, an dem sich das nun schon wacklige Geweih abschlagen kann.

 

Fütterungen dürfen in Niedersachsen vom 1. Januar bis 30. April beschickt werden. Also in der Zeit wo der Rot-und Damhirsch sein Geweih verliert. Praktisch!

 

Vorteil:

 

Das Finden der Abwurfstangen für die sog. „Hirschbücher“ findet nicht durch Beunruhigung beim Betreten des Einstandes statt, sondern beim Füttern an der Fütterung, bei dem das Wild bekanntlich sehr ruhig steht und den Jäger als Heger war nimmt. Außerdem darf im Umkreis von 200 Metern nicht gejagt werden.

 

Das wichtigste für unser Wild ist: Ruhe! Ruhe! Ruhe!